Besonders gefreut habe ich mich über den Besuch der estnischen Botschafterin Marika Linntam, die wir zur Finissage der ECARF Ausstellung „Der Klang der Freiheit“ im Kaiserin-Friedrich-Haus begrüßen durften. Unsere geschätzte Kollegin Michele Atris hat hier eine Ausstellung kuratiert, die dem estnischen Künstler Arvo Wichmann und seinen Werken ein Denkmal setzt. Aber nicht nur ihm: Wichmanns Arbeiten ehren die zahlreichen Künstlerinnen und Künstler des Jazz; seine Porträtgalerie „Der Klang der Freiheit“ ist eine Hommage an die ganz großen MusikerInnen ihrer Zeit.
„Der Klang der Freiheit“ sollte aber auch ein Denkmal sein für die Heimat Wichmanns – Estland. Das nördlichste der drei baltischen Länder ging mit der friedlichen „singenden Revolution“, die sie von sozialistischer Kontrolle und Macht befreite, in die Geschichte ein. Wichmann thematisierte mit seinen Bildern Musik als Haltung, als Widerstand, als Idee, sich mit Liedern gegen sozialistische Unterdrückung zu wehren. Jazz wurde da zum Soundtrack des Neubeginns, zum „klingenden Zeichen“ für Emanzipation und Selbstverwirklichung, als sich das Land wehrhaft zeigte und sich seine Freiheit zurückeroberte.

Prof. Karl-Christian Bergmann und Botschafterin Marika Linntam
Entsprechend bewegt haben mich die Worte der Botschafterin, die aus eigener Erfahrung die Brücke zwischen Jazz, Land und Freiheit herstellen konnte. Freiheit ist ja auch DAS Thema der Gegenwart – politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell. Ein Wert, für den wir uns einsetzen, für den man aktuell kämpfen muss. Was mich dabei besonders fasziniert, ist der Gedanke, dass auch die ECARF für „Freiheit“ steht. Dass wir das Bewusstsein teilen, was Freiheit und Unabhängigkeit für ein gesundes Leben und eine gesunde Gesellschaft bedeuten. Freiheit beginnt nämlich da, wo der Mensch frei atmen, sich frei bewegen und frei leben kann. Gesundheit endet dort, wo das nicht mehr möglich ist.
Wir arbeiten bei der ECARF täglich daran, dass wir Gesundheit und Freiheit in Einklang bringen. Dass wir Menschen eine Stimme geben, deren Lebensradius durch Allergien eingeschränkt ist. Dass Menschen mit Allergien ein Leben ohne Verzicht oder Unsicherheit führen können; ein „freies“ Leben im weitesten Sinn, mit Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensgenuss. Es gilt „Nur der gesunde Mensch ist frei“, genauso wie „Nur der freie Mensch ist gesund.“ Daran arbeiten wir. Jeden Tag.
Herzlichen Dank auch an Prof.Dr.med.Thomas Kersting und Prof. Karl-Christian Bergmann für die einleitenden Worte.
Information über das Werk Arvo Wichmanns finden Sie unter arvowichmann.de
Wenn Sie mehr über das Engagement der ECARF erfahren möchten: Der Klang der Freiheit
Auf eine allergikerfreundliche Zukunft,
Ihr Alexander Boether
